13. Zuger Jugendpolittag

Jugendliche aus dem Kanton Zug besuchten Workshops, machten Verbesserungsvorschläge und diskutierten mit Politikerinnen und Politikern. Gross gefragt waren mehr Freizeitaktivitäten oder eine höhere Sicherheit in den Gemeinden.

Artikel unter folgendem Link: Zuger Jugendpolittag: Wunsch nach Kinder- und Jugendparlament

Am diesjährigen 13. Zuger Jugendpolittag nahmen rund 80 Jugendliche aus zehn Gemeindegruppen teil. Angesprochen werden Oberstufenschülerinnen und – schüler, jene, die eine weiterführende Schule besuchen oder gerade die Lehre beendet haben. Seitens der Politik wurden Zuger Vertretende der Stadt-, Gemeinde-, Kantonsebene angefragt. Ebenso nahmen rund 20 Fachpersonen aus Kinder- und Jugendarbeitsstellen des Kantons Zug teil. Am Nachmittag diskutierten die Gemeindegruppen mit ihren jeweiligen Vertretern aus der Politik, wobei die Kinder- und Jugendarbeiterinnen und -arbeiter die Moderation übernahmen.


Das Ziel sei ein Dialog auf Augenhöhe zu aktuellen Anliegen und Themen in den Gemeinden, erklärt punkto Kinder- und Jugendförderung  im letztjährigen Porträt des Jugendpolittags. Grundsätzlich stehe der Zuger Jugendpolittag für Partizipation, Empowerment, Chancengleichheit und Selbstwirksamkeit, wie die Organisatorin weiter schreibt. Der Jugendpolittag wird im Auftrag von der Direktion des Innern durchgeführt.

Vor dem Austausch am Nachmittag standen am Morgen drei Workshops für die Jugendlichen im Zentrum. Neben «Migration und Flucht» sowie «Warum ist TikTok keine Zeitung? Die Arbeit von Journalisten:innen verstehen» wurde behandelt, wie man antisemitische Verschwörungsnarrative erkennt und ihnen entgegnet.

Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) leitete den Workshop. Zu Beginn waren viele Jugendliche unsicher, ob ihnen Verschwörungsnarrative schon begegnet sind. Doch gegen Ende erkannten einige, dass gerade online oder in der Familie teils verschwörungstheoretisch argumentiert werde. Hier wurde die Medienkompetenz erwähnt, welche es gelte zu verbessern. Ebenso solle man bei fragwürdigen Aussagen, auch jene von Freunden und Familien, nach einer Quelle fragen, wurde den Jugendlichen geraten.

Öffentlicher Verkehr erhält viel Bedeutung

Am Abend hielten Vertreterinnen und Vertreter der SBB, ZVB und ARV (Amt für Raum und Verkehr) einen Vortrag, bei dem sie Fragen der Jugendlichen beantworteten. An vergangenen Jugendpolittagen war der öffentliche Verkehr ein stark diskutiertes Thema bei den Jugendlichen. Die Teilnehmenden forderten in diesem Jahr etwa Verstärkungsbusse am Morgen und Abend aufgrund hoher Auslastungen. Themen wie eine Zuger Metro oder gratis Fahrten für Jugendliche wurden von den Verantwortlichen als finanziell nichtrealisierbar erklärt. Diesbezüglich verwiesen die Vortragenden auf das Zuger Sparprogramm, aufgrund dessen etwa die Busverbindung nach Finstersee bei Menzingen im Jahr 2018 abgeschafft wurde.

Die in den Diskussionen erstellten Plakate mit Verbesserungsvorschlägen wurden im Raum aufgehängt, jedoch nicht weiter diskutiert. Bei den zehn Gemeindegruppen kristallisierten sich neben dem ÖV vier zentrale Themen heraus. Gross gefragt waren mehr Freizeitangebote in den Bereichen Sport und Treffmöglichkeiten, wie etwa die Weiterführung von «Ägeri on Ice», mehr Biketrails oder Begegnungsplätze.

Ein weiteres grosses Thema war der Wunsch nach mehr Sicherheit, gerade am Abend oder an Bahnhöfen. Zudem äusserten einige Gruppen den Wunsch nach einem verbesserten Jugendzentrum sowie einem Kinder- und Jugendparlament. Gerade letzteres ist ein aktuelles Thema. Fünf Kantonsrätinnen und Kantonsräte verlangten im Dezember 2024 die Schaffung eines Jugendparlaments und haben eine entsprechende Motion eingereicht. Der Regierungsrat ist jedoch dagegen und empfiehlt, die Motion als nicht erheblich zu erklären . Die Entscheidung des Kantonsrats steht noch aus.

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