Mehr Sicherheit auf den Chamer Schulwegen:Gemeinde lässt ein Mobilitätskonzept erarbeiten

Die Schulferien sind zu Ende, ab heute sind wieder viele Kinder allein unterwegs zur Schule oder zum Kindergarten. Um die Sicherheit auf den Schulwegen zu überprüfen, hat die Gemeinde Cham ein Mobilitätskonzept in Auftrag gegeben. Dafür werden Kinder, Erziehungsberechtigte und Lehrpersonen befragt – und die Schulwege insbesondere aus Sicht der Kinder beurteilt.
Der Schulweg ist häufig die erste Strecke, die Kinder ohne Begleitung eines Erwachsenen zurücklegen. Die öffentlichen Räume und die Verkehrsplanung werden aber in der Regel von Erwachsenen für Erwachsene konzipiert.
Um die Bedürfnisse der Kinder einzubeziehen, hat die Gemeinde Cham den VCS Verkehrs-Club der Schweiz mit dem Erarbeiten eines «VCS Mobilitätskonzepts Schule» beauftragt. Mit dem Pilotprojekt soll die Sicherheit auf den Schulwegen zu den Schulhäusern Städtli 1, Städtli 2 und Schürmatt überprüft werden. Die Schulwege werden dafür von den Kindern, Erziehungsberechtigten und Lehrpersonen bewertet und von den Expertinnen und Experten des VCS analysiert. «Uns ist wichtig, dass Chamer Schulkinder ihren Schulweg selbstständig und sicher zurücklegen können», so Gemeinderat Drin Alaj, Vorsteher Verkehr und Sicherheit. «Darum prüfen wir systematisch, ob und wo Handlungsbedarf besteht.»
Umfrage als Grundlage
Ab dem 8. September wird in den Kindergärten und Primarschulen der Schulhäuser Städtli 1, Städtli 2 und Schürmatt eine Umfrage durchgeführt. Befragt werden Eltern und Lehrpersonen mittels Fragebögen sowie die Schülerinnen und Schüler durch die Lehrpersonen direkt im Unterricht. Ziel der Umfrage ist es, ein detailliertes Bild der aktuellen Schulwegsituation aus verschiedenen Perspektiven zu erhalten. Darauf aufbauend folgt im Verlauf des Herbsts eine Begehung vor Ort, um die einzelnen Schulwegsituationen sicherheitstechnisch zu beurteilen – insbesondere aus Perspektive der Kinder.
Die Erziehungsberechtigten und Kinder werden nach den Sommerferien über die Details und den genauen Ablauf informiert. Das gesamte Pilotprojekt dauert bis etwa April 2026. Die Gemeinde Cham wird zu einem späteren Zeitpunkt über die Ergebnisse und daraus abgeleitete, konkrete Massnahmen für mehr Sicherheit auf den Schulwegen informieren. Mit den Erkenntnissen und Erfahrungen aus dem Pilotprojekt sollen danach auch die weiteren Schulhäuser Kirchbühl sowie Hagendorn/Niederwil im Rahmen eines Mobilitätskonzepts untersucht werden.
Was beinhaltet das Mobilitätskonzept des VCS?
Beim VCS Mobilitätskonzept Schule steht das Kind im Zentrum. Das Konzept besteht aus fünf Schritten (siehe angefügte Grafik). Zu Beginn werden die Kinder, deren Erziehungsberechtigte und Lehrpersonen zur aktuellen Schulwegsituation befragt und so potenzielle Gefahrenstellen eruiert. Anschliessend wird eine Begehung vor Ort («Road Safety Inspection») aus Perspektive der Kinder durchgeführt. Daraus resultieren kurz-, mittel- und langfristige Empfehlungen, die darauf abzielen, die Schulwegsicherheit nachhaltig zu erhöhen. Zudem schlägt der VCS ergänzende Sensibilisierungs- und Kommunikationsmassnahmen vor, um die Wirkung des Projektes zu verstärken.
Mehr Informationen unter www.mobilitaetskonzept-schule.ch.

