Gelebtes Miteinander: Wohn- und Werkheim Schmetterling im Einsatz für den Werkhof Cham

Das Wohn- und Werkheim Schmetterling und der Werkhof Cham spannen zusammen: Seit Herbstbeginn helfen Menschen mit Unterstützungsbedarf den Werkhof-Mitarbeitenden einmal in der Woche beim Auflesen von Kleinabfall im Hirsgarten. Die gemeinsame Aktion gibt nicht nur eine wichtige Tagesstruktur und sinnvolle Beschäftigung im öffentlichen Raum, sondern sorgt auch für leuchtende Augen bei den Beteiligten, wertvolle sowie inklusive Begegnungen und nicht zuletzt einen noch saubereren Hirsgarten.
Seit Frühling sind Mitarbeitende des Chamer Wohn- und Werkheims Schmetterling bereits für die Gemeinwesenarbeit unter anderem auf Plakat-Tour. Aufgrund der positiven Erfahrungen fragten die Verantwortlichen des Wohn- und Werkheims Schmetterlings die Einwohnergemeinde an, ob es weitere einfache und niederschwellige Arbeiten gäbe, die von Menschen mit Unterstützungsbedarf ausgeführt werden könnten. «Bei uns leben Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen. Wir engagieren uns dafür, sie in ihrer individuellen Lebensform und persönlichen Entwicklung zu fördern – eben auch, indem wir sinnstiftende Tagesabläufe und Aufgaben ermöglichen. Gleichzeitig sind wir im Sinne der UNO-Behindertenrechtskonvention inklusive unterwegs und freuen uns über den Austausch mit der Gesellschaft», erklärt Markus Einsiedler, Geschäftsführer des Wohn- und Werkheims Schmetterling.
Die Anfrage stiess beim Werkhof der Einwohnergemeinde auf grosses Interesse. Nicht ohne Grund, wie Vorsteher Verkehr und Sicherheit, Drin Alaj betont: «Schon lange begleitet uns als Einwohner-gemeinde Cham der Slogan ‹mitenand CHAMers besser›. Dieses Miteinander können wir mit dem Zusammenspannen mit dem Wohn- und Werkheim Schmetterling leben und erst noch etwas Gutes tun, sowohl für die Menschen als auch für die Umwelt.»
«Raumpatinnen und -paten» sind auf Achse in den Parkanlagen
Aufgrund der Anfrage analysierte das Werkhof-Team verschiedene Aufgaben, die von den Bewohnenden des Wohn- und Werkheims Schmetterling erledigt werden könnten – vom Umtopfen kleiner Pflanzen bis zum Sauberhalten von Wegen oder Plätzen. Nach einer gemeinsamen Evaluation
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mit allen Verantwortlichen wurde schliesslich das Sauberhalten des Hirsgartens als gemeinsame Aktion auserkoren. Das Team startete im «hier mit dir», dem Inklusions- und Begegnungsraum an der Bushaltestelle Städtli, und ist nun unter dem Motto «Auf Achse in Cham» unterwegs. Als sogenannte Raumpatinnen und Raumpaten sind die Beteiligten ab sofort jeden Montag im Hirsgarten am See anzutreffen und lesen dort kleineren Abfall auf. Das «Fötzele» erfolgt eigenständig nur in Begleitung der gewohnten Betreuungspersonen. Bei ihrem Einsatz sind die Beteiligten speziell gekennzeichnet: «Für die mithelfenden Bewohnenden und Betreuenden haben wir eigens Leuchtwesten mit dem Werkhof-Logo und dem Motto anfertigen lassen», führt Roger von Ah, Leiter Werkhof Cham, aus. «Zudem wurden sie mit einem kleinen Leiterwagen im gleichen Orange wie unsere Werkhof-Lastwagen, Güselzangen und Eimern ausgerüstet.».
Erste positive Erfahrungen sind gemacht
Die ersten Einsätze der «Raumpatinnen und -paten» sind für alle Seiten positiv verlaufen. «Es ist wunderbar zu sehen, mit wie viel Freude und Motivation unsere Bewohnenden ihre Aufgabe ausführen», sagt Naomi Stoffel, Betreuerin im Wohn- und Werkheim Schmetterling. «Oft kommen sogar Kolleginnen und Kollegen, die nicht fürs Abfallsammeln eingeteilt sind, als Fan-Club mit.» Jeden Montag wird bei den Touren einiges an Zigarettenstummeln, Plastikteilchen und Verpackungsfragmenten eingesammelt. Dies schont die Umwelt, hilft den Werkhof-Mitarbeitenden und macht die Hirsgarten-Parkanlage noch attraktiver. Nicht zuletzt werden durch die Aktion Menschen mit Unterstützungsbedarf auch sichtbar. «Immer wieder kommt es zu berührenden und freudigen Begegnungen sowie Interaktionen mit Chamerinnen und Chamern», bilanziert Christine Blättler-Müller, Vorsteherin Soziales und Gesundheit der Gemeinde Cham. «Das gemeinsame Projekt ermöglicht somit ein echtes, gelebtes Miteinander und baut Hemmschwellen ab – in vielerlei Hinsicht eine Win-Win-Aktion.»

